Veganismus und Gesundheit

„Wenn Naturkatastrophen oder Terroranschläge Hunderte oder Tausende von Toten fordern, ist das Entsetzen gross. Wenn aber eine gesellschaftsimmanente Fehlernährung Millionen von Toten durch Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und andere ernährungsbedingte Erkrankungen verursacht, wird dies mit einem erstaunlichen Gleichmut hingenommen" (Dr. med. Ernst Walter Henrich) (1)

Fleisch, Milch und Eier werden uns von der Lebensmittelindustrie stets als „natürlicher, gesunder und unerlässlicher Bestandteil der menschlichen Ernährung“ angepriesen, und auch in den Köpfen der Mehrheit der Bevölkerung ist immer noch verankert, dass zu jeder Mahlzeit eine „gute Portion Fleisch" gehört.

Doch die Wissenschaft belehrt uns inzwischen eines besseren: In vielen kleineren Studien, aber auch groß angelegten, epidemiologischen Langzeitstudien zeigen anerkannte Ärzte und renommierte (Ernährungs-) Wissenschaftler, dass eine vegane Ernährung gesünder ist als der Verzehr von tierischen Produkten. Auch einflussreiche Verbände und gemeinnützige Organisationen sprechen sich inzwischen offensiv für eine „rein pflanzliche“ Ernährung aus.

„Vegane Ernährung ist die gesündeste insgesamt“ (Dr. Neal D. Barnard & die PCRM)

„Vegane Ernährung, die keine tierlichen Produkte enthält, ist sogar gesünder als vegetarische Ernährung. Vegane Ernährung enthält kein Cholesterin und sogar weniger Fett, gesättigte Fettsäuren und Kalorien als vegetarische Ernährung, weil sie keine Milchprodukte und Eier enthält. Die wissenschaftliche Forschung zeigt, dass die gesundheitlichen Vorteile zunehmen, wenn die Menge der Nahrung aus tierlichen Quellen in der Ernährung verringert wird, was die vegane Ernährung zur gesündesten insgesamt macht.“ (1; 2).

Diese Aussage stammt von der PCRM (The Physicians' Committee for Responsible Medicine“; zu deutsch etwa „Ärztekommission für verantwortungsbewusste Medizin“), einer gemeinnützigen Organisation bestehend aus renommierten Ärzten & Forschern, die sich zum Ziel gesetzt haben, präventive Medizin sowie höhere Standards für Ethik und Effizienz in der Forschung zu fördern (3).

Aufgrund dieser Zielsetzung spricht sich die Ärztekommission zum einen unmissverständlich für eine vegane Ernährung zur Vorbeugung vieler Zivilisationskrankheiten aus, und befürwortet zum anderen effektivere Alternativen zu den grausamen Tierversuche in der herkömmlichen (medizinischen) Forschung (2).

Gründungsvater und derzeitiger Präsident der PCRM ist der hoch angesehene Mediziner und Ernährungsforscher Dr. Neal D. Barnard, der unzählige wissenschaftliche Artikel sowie über ein über Dutzend Bücher über Ernährung und ihre Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit publizierte (1). Dr. Barnard vertritt, ebenso wie die PCRM, deutlich eine vegane Ernährung aus gesundheitlichen Gründen: „Während wir uns vergeblich bemühen, Herzkrankheiten & Krebs zu heilen, liegen die Hauptursachen dieser Krankheiten ganz nahe; direkt unter unseren Nasen, auf dem Esstisch" (1).

Zudem schreibt er, dass „der menschliche Körper das gesamte Protein sowie Mineralien und Vitamine, die er benötigt, aus pflanzlichen Quellen gewinnen kann", wohingegen „das Bedürfnis, Fleisch & andere fetthaltige Nahrungsmittel zu verzehren, eine substanzielle Verschwendung ist, nach der wir schon früh im Leben süchtig werden“ (1).

„Für Menschen aller Altersstufen geeignet“ (ADA)

Auch die größte wissenschaftliche Nahrungs- und Ernährungsvereinigung ADA (American Dietetic Association; zu deutsch „Amerikanische Gesellschaft für Diätetik & Ernährung“) hat die klaren gesundheitlichen Vorteile einer veganen Ernährung erkannt.

Diese Vereinigung umfasst über 67.000 Mitglieder - darunter die renommiertesten Ernährungsberater, Diät-Assistenten und Forscher, aber auch Pädagogen, Studenten, Berater und Gastronomie-Manager - und zielt darauf ab, die „Zukunft der Ernährungslehre zu leiten“ (4).

In ihrem Positionspapier sowie in ihren wichtigsten Veröffentlichungen gibt die ADA an, dass eine gut geplante vegetarische - einschließlich vegane Ernährung - „alle Anforderungen an eine vollwertige Ernährung erfüllt“, und somit gesund, nahrhaft und ernährungsphysiologisch bedarfsgerecht ist. Zudem ist sie „für alle Altersstufen geeignet, eingeschlossen Schwangere, Stillende, Kleinkinder und Heranwachsende“ (1).

Ebenso wie die PCRM sieht auch die ADA in einer veganen Ernährungsform die „gesundheitlichen Vorteile in der Prävention und Behandlung bestimmter Krankheiten (wie Herzerkrankungen, Krebs, Übergewicht und Diabetes)“ (1). So haben Vegetarier/ Veganer im Durchschnitt seltener Herzkrankheiten, geringere Cholesterinwerte, einen niedrigeren Body Mass Index, sowie seltener Bluthochdruck, Krebs und Diabetes Typ II als Nicht-Vegetarier (1; 5).

„Die überwiegende Mehrheit der Erkrankungen können mit einer pflanzlichen Ernährung einfach verhindert werden“ (Dr. T. Colin Campbell & die China Study)

Zu denselben Erkenntnissen gelangte auch der (inzwischen emeritierte) Prof. Dr. T. Colin Campbell, der mehr als vierzig Jahre lang über Ernährung forschte und die umfassenste Studie über Ernährung und Gesundheit leitete, die jemals durchgeführt wurde (1).

In dieser, als „China-Studie“ bekannt gewordenen, groß angelegten epidemiologischen Langzeitstudie untersuchten Prof. Dr. Campbell & Mitarbeiter den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von tierischen Produkten und Krankheiten - beispielsweise Krebserkrankungen, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Fettleibigkeit, sowie Autoimmunerkrankungen, Osteoporose und degenerativen Gehirn-Erkrankungen (6).

Dabei fand der Professor für Lebensmittel-Biochemie heraus, dass selbst geringe Mengen an tierischen Produkten einen signifikanten Einfluss auf chronische Erkrankungen haben (6). Campbell schrieb dazu: „Die überwiegende Mehrheit aller Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Formen von degenerativen Erkrankung können mit der Durchführung einer pflanzlichen Ernährung einfach verhindert werden“ (1).

Aufgrund der Ergebnisse seiner Studie zieht er den Schluss, dass die gesundheitlichen Vorteile umso größer sind, je geringer der Anteil an tierischen Lebensmittel in der Nahrung ist (6). In diesem Zusammenhang empfiehlt er, dass insbesondere für Personen mit einer Prädisposition für eine degenerative Erkrankung, der Anteil an tierischen Produkten Null sein sollte, und spricht sich somit für eine rein pflanzliche Ernährung aus, um die typischen Zivilisationskrankheiten zu verhindern (6).

Der deutschsprachige Raum: „Veganer sind deutlich gesünder"

Auch im deutschsprachigen Raum untersuchen anerkannte Mediziner und Ernährungswissenschaftler die Auswirkungen einer veganen Ernährung wissenschaftlich, und kommen zu den gleichen Ergebnissen wie ihre berühmten amerikanischen Kollegen.

So schreibt beispielsweise der (inzwischen emeritierte) deutsche Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Claus Leitzmann, der in den USA studierte, und in Deutschland viele Jahre als Direktor das Institutes für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen leitete: „Studien mit vegan lebenden Menschen, die weltweit, aber auch von uns durchgeführt wurden, zeigen, dass Veganerlnnen im Durchschnitt deutlich gesünder sind als die allgemeine Bevölkerung. Körpergewicht, Blutdruck, Blutfett- und Cholesterinwerte, Nierenfunktion sowie Gesundheitsstatus allgemein liegen häufiger im Normalbereich" (1; 7).

Und auch der Allgemeinmediziner und Arzt für Naturheilverfahren Dr. med Ernst Walter Henrich, der sich auf Gesundheitsvorsorge und gesunde Ernährung spezialisierte, vertritt in der Öffentlichkeit offensiv den Veganismus als gesündeste Ernährungsform. In seiner Broschüre „Vegan“ sowie auf seiner Internetseite (provegan.info) schreibt er:„Eine ausgewogene vegane Kost wird dem Nährstoffbedarf des menschlichen Körpers vollständig gerecht und ist damit für jede Lebensphase - einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Jugendzeit – bestens geeignet“ (1).

Henrich, der sich inzwischen seit vielen Jahren vegan ernährt, und sogar das erste vegane Hotel & Restaurant in der Schweiz gegründet hat, schließt aus den unzähligen Studien: „Eine richtig durchgeführte, abwechslungsreiche vegane Ernährung ist die gesündeste Kostform für den Menschen" (1).

Fazit

Wichtige Studien legen also weltweit nah, dass tierische Produkte für ein gesundes Leben nicht notwendig, sondern sogar nachträglich sind. Somit scheint eine auf Pflanzen basierende (= vegane) Ernährung für den „modernen Menschen“ die gesündeste Lebensweise zu sein.

So sind laut Studien vegan lebende Menschen im Durchschnitt gesünder und leiden seltener an den weit verbreiteten Zivilisationskrankheiten als ihre omnivoren (= alles essenden) Mitbürger (8). Unsere Ernährung hat also nicht nur einen entscheidenderen Einfluss auf die Situation von (Mit-)Mensch, Tier und Umwelt, sondern ebenso auch auf unsere eigene Gesundheit.

Literatur
1) Dr. med. Ernst Walter Henrich: Vegan
2) pcrm.org/health/veginfo/nutritionfaq.html
3) englisches Wikipedia: PCRM (Stand Ende August 2010)
4) Wikipedia: ADA (Stand Ende August 2010)
5) eatright.org/About/Content.aspx?id=8357&terms=vegan
6) Wikipedia: The China Study (Stand Ende August 2010)
7) Wikipedia: Claus Leitzmann
8) Gill Langley. Vegane Ernährung (2005)

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