Ernährungssituation in der Welt
Ungerechte Verteilung der Nahrungsmittel auf der Erde
Unterernährtes Mädchen: Unterernährtes MädchenWeltweit leiden über 1 Milliarde Menschen aller Altersgruppen an Hunger, und etwa 100 Millionen von ihnen sterben jedes Jahr an Unterernährung sowie an den daraus resultierenden Krankheiten (1; 2).
Währenddessen nimmt das Übergewicht in den Überflussgesellschaften der „Ersten Welt" besorgniserregende Ausmaße an, und die damit zusammenhängenden Krankheiten (wie Kardiovasuläre Erkrankungen, ...) verursachen nicht nur enorme gesellschaftliche Kosten, sondern führen auch oft zum Tod der (beleibten) Betroffenen.
Für diese ungerechte Verteilung der Nahrungsmittel auf der Welt gibt es eine einfache Lösung, zu der jeder Mensch ohne großen Mehraufwand sofort beitragen kann: der Wechsel zu einer veganen Lebensweise. Der Guardian schrieb in diesem Zusammenhang: "Es scheint jetzt offensichtlich, dass eine vegane Ernährung die einzig ethische Antwort auf das weltweit wohl dringlichste Problem sozialer Gerechtigkeit [der Welthunger] ist" (1). Doch nur wenigen Menschen ist auf dem ersten Blick klar, wie unsere (über-) reichhaltige Lebensweise in den Industrieländern mit der Unterernährung der „dritten Welt“ zusammenhängt:
Die Erde bietet mehr als genug Nahrung, um die gesamte Weltbevölkerung zu ernähren. Doch ein beachtlicher Anteil der angebauten Nahrungsmittel wird nicht zur Eliminierung des Hungers der Bevölkerung verwendet, sondern an die Fleisch-, Milch- und Eier-gebenden „Nutztiere“ der reicheren Nationen verfüttert. Etwa 40-50 % der weltweiten Getreide-Ernte und Fischerei-Erträge, 90% der weltweiten Sojaernte sowie 25-40% aller Molkerei-Produkte dienen als Futter dieser „Nutztiere“ (1; 2).
Effizienzverlust
Jedoch ist die Produktion von Fleisch, Eiern und Milch ein äußerst uneffizienter Weg, um an Natureiweiß zu gelangen, da es zur „Herstellung“ von tierischen Produkten Unmengen an pflanzlichem Material bedarf. So werden beispielsweise bis zu 16 kg Getreide benötigt, um nur 1kg Fleisch zu „produzieren“ (1). Schon allein die 1,28 Milliarden vom Menschen gehaltenen Rinder dieser Erde verbrauchen Futter in solch rauen Mengen, dass man damit die gesamte Weltbevölkerung annährend zweimal ernähren könnte (1; 2).
Um diese gigantischen Nahrungsmittel-Mengen zu gewinnen, müssen riesige Flächen an kultivierbarem Land ver(sch)wendet werden. Beispielsweise müssen in Großbritannien 90% des kultivierbaren Landes direkt zur Unterbringung der unzähligen „Nutztiere“ oder indirekt zum Anbau von Tierfutter für die vom Menschen genutzten Tiere herhalten (1).
Verzichtet man dagegen auf den verschwenderischen Umweg der Nutztierhaltung, kann die gleiche Fläche Land weitaus mehr Menschen adäquat ernähren: Pflanzt man beispielsweise auf 4 Hektar Land Sojabohnen an, kann man damit 61 Menschen ernähren, bei Weizen sind es noch immerhin 24 und bei Mais 12 Menschen. Würde man die darauf angebaute Pflanzenmenge an Rinder verfüttern, könnte dieselbe Landfläche lediglich 2 Menschen ernähren (1). Zur Ernährung von Veganern benötigt man somit viel weniger Ackerland als zur Ernährung von Vegetariern und Fleischessern.
Anbau des Mastfutters in „Dritte-Welt"-Ländern
Zudem wird die Nahrung, mit der man die „Nutztiere“ hierzulande mästet, oft in Ländern angebaut, in der die Bevölkerung verarmt ist und Hunger leiden muss (zum Beispiel Soja, welches größtenteils aus Brasilien stammt) (1). Dementsprechend kann das dortige Ackerland nicht mehr zur Ernährung der hungernden Einwohner benutzt werden, was teils drastische Auswirkungen hat:
So starben beispielsweise während der Hungersnot in Äthiopien 1984 zehntausende Menschen, während das verarmte Land gleichzeitig Getreide für Europas „Nutztiere“ anbaute (2).
Der Direktor des Institute for Food and Development Policy, Dr. W. Bello, schrieb in diesem Zusammenhang: "Fast-Food-Ernährung und die Gewohnheit des Fleischverzehrs unter den Reichen auf dem Planeten unterstützen ein globales Nahrungssystem, das Nahrungsmittelressourcen von den Hungernden abzieht" (2).
Staatliche Subventionen & Steuern
Doch die Regierungen dieser Welt zahlen lieber Entwicklungsgelder, um die Symptome unseres Überflusses in der „Dritten Welt“ zu lindern, anstatt die wirkliche Ursache des Problems - der weltweite Konsum von tierischen Lebensmitteln - anzugehen. Im Gegenteil: Durch staatliche Subventionen und gesenkte Steuersätzen für die Fleisch-, Milch- & Ei-Industrie wird insbesondere in Deutschland eine Politik betrieben, die einseitig (und somit Wettbewerbs-verzerrend) auf tierische Produkte ausgerichtet ist: Während Kuhmilch mit nur 7% besteuert ist, muss man für rein pflanzliche Alternativen (wie Sojamilch, Reismilch, ect.) ganze 19% Steuern bezahlen. Somit muss also jeder Konsument und Steuerzahler zwangsweise die hiesige Fleisch-, Milch- & Ei-Industrie unterstützen, ob er nun tierische Produkte konsumiert oder nicht.
Unsere Macht als Konsumenten
Doch wir als Konsumenten können den Politikern ein klares Zeichen unseres Unmutes setzen: Wenn immer mehr Menschen zu einer veganen Lebensweise wechseln, werden dadurch immer weniger tierische Produkte konsumiert. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wird es für hiesige Politiker nicht mehr „chic“ sein, sich zur Unterstützung der Fleischindustrie neben Wursthäppchen oder mit Salami in der Hand von der Presse ablichten zu lassen - wie es in der Vergangenheit wiederholt praktiziert wurde (beispielsweise von Dieter Althaus, Harald Ringstorff, Roland Koch oder Wolfgang Böhmer) (3).
Spätestens ab diesem Zeitpunkt müssen die Politiker auf Druck der Bevölkerung endlich aktiv werden und neue gesetzliche und finanzielle Regelungen zu Ungunsten der Tierprodukte-Industrie schaffen - sofern sie vom Volke wiedergewählt werden wollen.
Literatur
- Kath Clements. Vegan (6. Auflage 2008)
- peta.de (Stand: Mai 2010)
- Staud & Reimer. Wir Klimaretter (1. Auflage 2007)

Neuen Kommentar schreiben